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Liebe:r Leser:in,
sehen wir eigentlich noch dieselbe Welt?
Diese
Frage lässt mich gerade nicht los. Wenn ich auf TikTok ein
Verschwörungsvideo bis zum Ende anschaue, einfach weil ich wissen will,
was da behauptet wird, kann der Algorithmus überhaupt erkennen, warum
ich dranbleibe? Kann er unterscheiden, ob ich etwas gut finde oder nur
neugierig bin? Oder sieht er vor allem, dass ich lange zugeschaut habe
und zeigt mir mehr davon? Jeder Klick, jedes Wegwischen, jede
Sekunde wird zum Signal und entscheidet mit darüber, was ich als
Nächstes von der Welt zu sehen bekomme.
Was macht das
mit uns und mit einer Demokratie, die davon lebt, dass wir uns auf eine
gemeinsame Wirklichkeit verständigen können?
Am 12. September widmen wir diesen Fragen eine ganze Schwerpunktausgabe. Wir
zeigen, wie einfach Deepfakes entstehen, lassen eine Althistorikerin
KI-„Dokus“ über das antike Rom zerlegen und erzählen, wie
Radikalisierung mit Fitnessvideos beginnen kann. Wir fragen, warum
Chatbots zu Vertrauten werden und wie leicht wir selbst zu manipulieren
sind.
Dabei sparen wir den Journalismus nicht aus: Was müssen wir besser machen?
Wie transparent müssen wir zeigen, wie wir recherchieren, Quellen
prüfen und mit Zweifeln umgehen? Wie verdienen wir Ihr Vertrauen jeden
Tag aufs Neue?
Medienkompetenz ist für uns deshalb mehr als ein Schwerpunkt. Wir schulen Lehrlinge und Lehrkräfte,
zum Beispiel am 17. November beim „Tag der Medienkompetenz“ in
Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Wien, und haben einen
eigenen Hub mit aktuellen Informationen und Lernunterlagen aufgebaut. Dazu starten wir nun einen Newsletter und ein Jugendformat auf TikTok und Instagram.
Warum
wir so viel Energie in das Thema hineinstecken? Weil eine Gesellschaft,
die nicht mehr weiß, was und wem sie glauben kann, irgendwann die
gemeinsame Grundlage für ihre Debatten verliert. |
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Liebe Grüße
Nana Siebert stellvertretende Chefredakteurin |
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| PS: Unsere Redaktion steht Ihnen jederzeit gern zur Verfügung – sowohl für Lob als auch für Kritik. Sie erreichen uns unter dialog@derStandard.at. |
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| Medienkompetenz entdecken |
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| Alle
Informationen zum Thema „Medienkompetenz“, unsere Unterlagen für
Lehrer:innen sowie Artikel zu KI und Digitalisierung finden Sie
gesammelt im Hub für Medienkompetenz. |
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| Wem wollen wir noch glauben? |
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| Am
12. September erscheint unsere neue Schwerpunktausgabe „Wem wollen
wir noch glauben?“. Auch auf derStandard.at werden diverse Inhalte zum
Thema „Medienkompetenz“ zu finden sein. |
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| Wir auf Social Media |
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| Ebenfalls diesen Monat starten wir auf unseren Social-Media-Kanälen auf Instagram und TikTok mit einem neuen regelmäßigen Format zum Thema „Medienkompetenz“. |
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| Tag der Medienkompetenz 2027 |
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| Wie
können Jugendliche sicher und kritisch mit Informationen im Netz
umgehen? In Workshops und Vorträgen stärken Lehrkräfte ihre
Medienkompetenz für den Unterricht. |
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| Der Weg von der Idee zum veröffentlichten Artikel ist selten geradlinig. |
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| Rainer Schüller, stellvertretender Chefredakteur, im Interview über den Weg einer Idee bis zum veröffentlichten Artikel. |
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Woher
kommen die Ideen und Informationen für eine Recherche? Wie wird
entschieden, was weiterverfolgt wird und was verworfen wird? Rechercheideen
entstehen aus vielen Quellen: aus aktuellen Ereignissen und politischen
Debatten, aus Hinweisen von Leser:innen wie etwa über das
STANDARD-Forum, Informant:innen oder Expert:innen, aus Dokumenten und
Daten, aus Beobachtungen der Journalist:innen sowie aus der laufenden
Berichterstattung. Oft beginnt eine Recherche mit einem kleinen Hinweis,
einer auffälligen Zahl, einem Widerspruch oder einer Frage, auf die es
bisher keine befriedigende Antwort gibt.
Ob eine Idee
weiterverfolgt wird, hängt vor allem von ihrer journalistischen Relevanz
ab: Gibt es belastbare Quellen? Betrifft sie viele Menschen? Gibt es
etwas Neues zu erzählen? Ist die Information überprüfbar? Und
rechtfertigt die Geschichte den Rechercheaufwand? Auch die Exklusivität
und die Frage, ob ein Missstand oder ein bisher unbekannter Zusammenhang
aufgedeckt werden kann, spielen eine Rolle. Nicht jede interessante
Spur führt zu einer Geschichte. Wenn sich ein Hinweis nicht ausreichend
belegen lässt, die Quellenlage zweifelhaft ist, die Relevanz zu gering
ist oder die Recherche keine neuen Erkenntnisse bringt, wird sie
verworfen. |
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Welche Stationen muss eine Recherche durchlaufen, bis aus einer Idee ein veröffentlichter Artikel wird? Am
Anfang steht die Prüfung der Ausgangsthese: Was wissen wir bereits, was
wollen wir herausfinden und welche Fragen müssen beantwortet werden?
Danach beginnt die eigentliche Recherche. Redakteur:innen suchen
entweder als Einzelpersonen oder im Team Dokumente und Daten, sprechen
mit Betroffenen, Expert:innen und Verantwortlichen und versuchen, die
unterschiedlichen Perspektiven zusammenzuführen. Mit zunehmender
Recherche wird die ursprüngliche These überprüft und gegebenenfalls
korrigiert. Jede wichtige Information muss durch unabhängige Quellen
oder belastbare Dokumente abgesichert werden. Bei Vorwürfen erhalten die
Betroffenen die Möglichkeit, Stellung zu nehmen. Das Recherchematerial
wird dokumentiert.
Wenn die Faktenlage ausreichend belastbar ist,
wird die Geschichte redaktionell eingeordnet: Was ist die zentrale
Erkenntnis? Was ist für die Leser:innen relevant? Welche Informationen
gehören in den Text und welche nicht? Danach folgen das Schreiben, das
Redigieren, der Faktencheck und gegebenenfalls eine rechtliche Prüfung
durch das interne Legal-Team des STANDARD oder über externe
Medienrechtsanwält:innen. Dann wird der Text mindestens nach dem
Vieraugenprinzip gegengecheckt. Die Qualitätsprüfung erfolgt je nach
Text im jeweiligen Ressort, durch die Ressortleitung, durch die
Chef:innen vom Dienst, durch den Textchef und die Chefredaktion. Erst am
Ende steht die Veröffentlichung – wobei auch nach der Veröffentlichung
Fehler korrigiert und neue Erkenntnisse mit einem entsprechenden Hinweis
ergänzt werden können. |
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Welche
Arten von Quellen werden für die STANDARD Recherchen genutzt? Wie wird
mit zweifelhaften Informationen umgegangen und wie funktioniert der
Faktencheck beim STANDARD? Eine Recherche stützt sich auf so
viele unterschiedliche und unabhängige Quellen wie möglich. Dazu
gehören offizielle Dokumente und Akten, Studien und wissenschaftliche
Publikationen, Datenbanken, parlamentarische Unterlagen, Gerichts- und
Ermittlungsakten, Unternehmen und Behörden, aber auch Informant:innen,
Betroffene, Expert:innen und eigene Beobachtungen. Auch öffentlich
zugängliche Informationen im Internet und in sozialen Medien können
Ausgangspunkte für Recherchen sein – sie sind aber je nach Quellenlage
unterschiedlich verlässlich und bedürfen eines Faktenchecks.
Je
schwerwiegender eine Information oder ein Vorwurf ist, desto höher sind
die Anforderungen an die Belege. Gerüchte oder Hörensagen werden nicht
als Tatsache übernommen. Zweifelhaften Informationen wird nachgegangen:
Woher stammt die Info? Welche Interessen könnte die Quelle haben? Lässt
sie sich durch Dokumente oder andere unabhängige Quellen bestätigen?
Gibt es Gegenargumente oder eine alternative Erklärung?
Der
Faktencheck ist ein laufender Prozess bis zur Veröffentlichung. Namen,
Zahlen, Zitate, zentrale Behauptungen werden überprüft und mit den
Originalquellen abgeglichen. Es ist oft hilfreich, im Team zu arbeiten
oder den Zwischenstand einer Recherche von Kolleg:innen lesen zu lassen.
Bei kontroversen Geschichten wird besonders darauf geachtet, zwischen
gesicherten Fakten, Aussagen von Quellen und journalistischen
Schlussfolgerungen klar zu unterscheiden. Gute Recherche zeichnet sich
auch dadurch aus, dass aussortiert wird, was sich nicht ausreichend
belegen lässt.
Eine Recherche ist selten ein geradliniger Weg von
der Idee zum fertigen Artikel. Häufig verändert sich die Geschichte
durch die Recherche selbst. Die ursprüngliche Vermutung bestätigt sich
manchmal nicht – dafür stößt man vielleicht auf einen anderen,
unerwarteten Zusammenhang. Genau dieses „Was weiß ich noch nicht?“ ist
oft der spannendste Teil journalistischer Arbeit, die, getrieben von
Neugier, zu jenen Artikeln führt, die die Leser:innen des STANDARD
interessieren und inspirieren und bestenfalls neue Perspektiven
eröffnen. |
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| DER STANDARD im Gespräch |
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| Am 8. September erschien eine neue Ausgabe des Live-Formats DER STANDARD im Gespräch zum Thema „Medienkompetenz“. Sie können es hier nachschauen. |
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| Was ist in KI-Zeiten ein Mensch? |
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| Gernot
Blümel, Ex-ÖVP-Politiker und nun KI-Manager, über die Kränkung durch
künstliche Intelligenz, Menschenwürde und den Wert eines widerspenstigen
persönlichen Gegenübers. |
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| KI-Avatare im Unterricht |
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| Beim
Start-up-Bootcamp der Harvard Business School können Teilnehmer
KI-Klone zurate ziehen. Sie begleiten die angehenden Unternehmer:innen
bei der Entwicklung ihrer Geschäftsidee. |
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| Aboverwaltung |
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| Ihre Abovorteilsnummer: 12663108 |
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